Historisch verdienstvolle Persönlichkeiten unserer Stadt
Persönlichkeiten - Andreas August Zierfuß
Ernst Gottfried Hornung
1795 in Bad Frankenhausen 1862 in Aschersleben
E. G. Hornung wurde als Sohn einer Kaufmannsfamilie geboren. Ab 1810 ließ er sich bei J. B. Trommelsdorf in Erfurt zum Apotheker ausbilden. Hier erhielt er eine für die damalige Zeit hervorragende naturwissenschaftliche Ausbildung. Hornung kehrte nach Frankenhausen zurück, blieb bis 1823 und übernahm noch im gleichen Jahr die Ratsapotheke in Aschersleben. Hornung war begeisterter Botaniker. Er botanisierte vorwiegend im Nordharz, entdeckte die bis dahin unbekannte Kurzjährige Trespe und widmete sich ab 1835 vorwiegend der Entomologie. Ein Bergsporn mit Pavillon im Norden unserer Stadt trägt den Namen Hornungshöhe. Möglicherweise nach ihm oder den Verwandten, die Wollhändler und Domänenpächter in Frankenhausen waren, benannt. Der Florist Prof. G. L. Reichenbach aus Dresden gab 1837 der im Kyffhäusergebirge vorkommenden Steppenkresse den Gattungsnamen Hornungia.
Persönlichkeiten - Dr. Alfred Berg
Dr. Alfred Berg
1876 in Halberstadt 1945 in Jena
Alfred Willi Berg studierte nach der Schulzeit die Fächer Geografie, Geologie, Geschichte und Neue Sprachen in Halle/S. und promovierte 1901. Nach verschiedenen Lehrämtern in Deutschland und zeitweiliger freischaffender schriftstellerischer Tätigkeit nahm er 1919 eine Anstellung als Studienrat für das Fach Naturwissenschaften am Staatlichen Evang. Realgymnasium in Bad Frankenhausen an. Gleichzeitig lehrte er auch am Kyffhäuser-Technikum. Dr. Alfred Berg gilt als der Gründungsdirektor des Kreisheimatmuseums. Intensiv widmete er sich Problemen der Höhlenforschung in Thüringen und der Methodik der Höhlenvermessung. Dr. Berg kam 1945 bei einem Bombenangriff auf Jena im Lesesaal der Universitätsbibliothek ums Leben. Als Geologe, Geograf, Pädagoge, Historiker, Heimatforscher und Naturschützer gebührt Dr. Alfred Berg hohe Anerkennung.
Persönlichkeiten - Johann Melchior Steinbrück
Johann Melchior Steinbrück
1673 in Bad Frankenhausen 1723 in Meißen
Ein Stipendium des Grafen Günther von Schwarzburg-Rudolstadt ermöglichte Johann Melchior Steinbrück ein Studium in Halle/S. August Hermann Francke empfahl Steinbrück den sächsischen Gelehrten E. W. von Tschirnhaus als Erzieher für seinen Sohn. Durch seine Begabungen und Fähigkeiten auffallend, wurde er an Versuchen von Tschirnhaus und Böttger seit etwa 1707 beteiligt. Nach dem Tod von Tschirnhaus trat Steinbrück in die Dienste von Böttger und wurde erster Inspektor der Porzellanmanufaktur, später heiratete er dessen Schwester. J. M. Steinbrück schlug die Chur-Schwerter als Porzellanmarke für Meißner Porzellan vor, ein Jahr nach seinem Tod wurde der Vorschlag umgesetzt.
Persönlichkeiten - Justus Friedrich Wilhelm Zachariä
Justus Friedrich Wilhelm Zachariä
1726 in Bad Frankenhausen 1777 in Braunschweig
J. Fr. Zachariä studierte in Leipzig und Göttingen Jura. 1744 gab er sein bekanntestes Werk, ein poetisches Heldengedicht, in dem Sitten- und Lebenswandel der Studenten zeitkritisch betrachtet wurden, heraus, nicht unbeeinflusst von Gottsched. 1748 wurde Zachariä als Lehrer an das Collegium Carolineum in die Residenzstadt Braunschweig berufen. Zusammen mit Klopstock, Gellert, Gärtner, Ebert und A. Schmid gehörte er zu den Verfassern der Bremer Beiträge. Die herzöglich- braunschweigische Regierung ernannte Zachariä 1761 zum Professor der schönen Wissenschaften. Zum engeren Freundeskreis von Zachariä zählten Lessing, Klopstock, Gellert, Ludwig, Gleim.
Persönlichkeiten - Andreas August Zierfuß
Johann Thölde
um 1565 in Hessen um 1614 unbekannt
Um 1565 in Hessen geboren, kam Thölde 1599 durch Heirat der Witwe Anna Ludolph nach Frankenhausen. Er war 1580 im Matrikel der Erfurter Universität eingetragen und entstammte einer Pfännerfamilie. Thölde erwarb durch die Heirat Bürgerrecht in Frankenhausen und wurde angesehener Rats- und Pfannherr. Bekannt wurde Thölde durch sein umfangreiches alchemistisches Wissen, die Herausgabe zahlreicher alchemistischer Schriften und der Haliographia#147; 1612. In diesem Werk fasste er das gesamte, damals bekannte Wissen zum Salinenwesen zusammen.
Persönlichkeiten - Johann Friedrich Müldener
Johann Friedrich Müldener
1715 in Bad Frankenhausen 1766 in Bad Frankenhausen
J. Fr. Müldener wurde als Sohn des Frankenhäuser Bürgermeisters geboren. An 1747/48 war er als Stadtsyndikus und Advokat in Frankenhausen tätig. Große Verdienste erwarb er sich durch die Aufarbeitung der Stadtgeschichte vom Mittelalter bis zur Mitte des 18. Jh. Noch heute bildet seine Chronik eine wichtige Geschichtsquelle insbesondere für die schwarzburg- rudolstädtische Unterherrschaft Frankenhausens.
Persönlichkeiten - Dr. August Wilhelm Gottlieb Manniske
Dr. August Wilhelm Gottlieb Manniske
1769 in Bad Frankenhausen 1835 in Bad Frankenhausen
Manniske wurde in Frankenhausen geboren und starb auch hier. Als Arzt und vielseitig begabter Mensch erwarb er sich überaus große Verdienste. 1799 gründete er als Fürstlich-Schwarzburg-Rudolstädtischer Rat und Physikus das erste Krankenhaus in der Stadt, das zu den ältesten in Deutschland überhaupt zählt. 1808 ließ er die ersten Badewannen zum Behandeln von Patienten aufstellen und 1818 wurde das erste Badehaus im Quellgrund eröffnet.
Persönlichkeiten - Johann Georg Friedrich Bischoff
Johann Georg Friedrich Bischoff
1780 in Ellrich / Harz 1841 in Hildesheim
Bischoff wirkte überaus verdienstvoll als Kantor in Bad Frankenhausen und gilt als der Begründer der Deutschen Musikfeste. 1804 organisierte er in der Unterkirche von Bad Frankenhausen mit 106 Musikern verschiedener Orchester der umliegenden Städte ein Musikfest. Mit großem Erfolg wurde Haydns Schöpfung aufgeführt. In Zusammenarbeit mit dem herzöglich- gothaischen Konzertmeister Ludwig Spohr folgten 1810, 1811 und 1815 drei weitere Musikfeste. Bischoff wurde 1816 als Musikdirektor und Lehrer ans Gymnasium Andreanum nach Hildesheim berufen und dort organisierte er weitere Musikfeste.
Persönlichkeiten - Andreas August Zierfuß
Andreas August Zierfuß
1804 in Bad Frankenhausen 1867 in Bad Frankenhausen
Die Gebrüder Zierfuß galten als die Begründer des Knopfhandwerks in Frankenhausen. Sie entstammen einer Nadlerfamilie und lernten auf ihrer Wanderschaft die Herstellung von Perlmutterknöpfen kennen. Zusammen mit seinen Brüdern begann August Zierfuß mit den ersten Versuchen und gründete 1831 die erste Fabrik. Die Herstellung von Permutterknöpfen, später auch Knöpfen aus anderen Materialien, wurde über Jahrzehnte der wichtigste Erwerbszweig der Stadt Bad Frankenhausen.