Bad Frankenhausen - Regionalmuseum
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 Zur Geschichte des Museums
KreisheimatmuseumDas Regional- und Heimatmuseum befindet sich im ehemaligen Stadtschloß der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt, in deren Besitz das Haus von 1340-1918 war. Vormals eine befestigte, schloßartige Anlage,wurde es nach den Zerstörungen während des Bauernkrieges 1525 in den Jahren 11533 - 1536 als repräsentativer Wohn- und Verwaltungssitz im Stil der Renaissance wieder aufgebaut. 1920 begannen vorwiegend Lehrer mit dem Sammeln für ein Heimatmuseum, am 3. Mai 1922 erfolgte die Eröffnung. Schwerpunkte der Ausstellungen und Sammelgebiete bildeten die Naturkunde, Geologie, Ur- und Frühgeschichte und die Heimatgeschichte. Im Schloß waren noch eine Bibliothek, das Amtsgericht, verschiedene Behörden und Wohnungen untergebracht, und später wurden Schulräume eingerichtet. Als Bestandteil der „Fürst- Günther- Stiftung“ befand sich das Schloß und ebenso das Museum von 1923 bis 1928 in der Verwaltung des Freistaates Thüringen. Erst dann ging es in die Hände der Stadt über. Während des 2. Weltkrieges wurde das Museum geschlossen, und ein Teil der Bestände wurde ausgelagert. In den Wirren der Nachkriegszeit gingen wertvolle Objekte verloren. Am 1. September 1953 bekam das Museum erstmals eine hauptamtliche Leitung und wurde als Kreisheimatmuseum geführt. 1955 wurden die Ausstellungsbereiche Geologie, Vogelkunde und Geschichte der Öffentlichkeit übergeben. In den kommenden Jahren folgte der Aufbau einer botanischen Abteilung, der Ausbau der historischen Bereiche und der Stadtgeschichte. Seit 1969 werden jährlich mehrere Sonderausstellungen gestaltet. 1969 erschien des erste Heft der Schriftenreihe „Beiträge zur Kyffhäuserlandschaft“, die bis heute fortgeführt wird und Aufsätze zur regionalen Natur- und Kulturgeschichte enthält. In den Jahren 1973 bis 1975 wurde das Schloß saniert neue Ausstellungen konzipiert und das gesamte Gebäude anlässlich des 450. Jahrestages des Deutschen Bauernkrieges eröffnet. Durch die Nutzung des ganzen Hauses war eine breite Kulturarbeit möglich. Seit 1977 verfügt das Museum über drei separate Sonderausstellungsräume und ein Schloßcafe. Im Zeitraum von 1955 bis 2000 besuchten mehr als 900 000 Menschen das Museum. Themenbereiche der ständigen Ausstellung sind die Geologie, Botanik, Ur- und Frühgeschichte, Regionalgeschichte vom 5. Jh. n. Chr. bis zum Bauernkrieg 1525, das Kur- und Badewesen und die Knopfherstellung.

 Regionalgeschichte
Kreisheimatmuseum RegionalgeschichteWer weiß heute noch, daß die Region um den Kyffhäuser zu den burgenreichsten Deutschlands gehört? Auf engstem Raum finden sich zahlreiche Burgen und Königspfalzen aus dem 10.-13.Jh. Ihre Geschichte, aber auch Entwicklung und Zerfall des Thüringer Reiches um 531 und das Leben in den Klöstern unserer Region werden in den historischen Abteilungen dargestellt. Die Ereignisse des Deutschen Bauernkrieges haben Frankenhausen weit über Thüringen hinaus bekannt gemacht. Am 14. und 15.Mai 1525 fanden die letzten beiden großen Schlachten hier statt, die mit einer vernichtenden Niederlage der Bauern und der Gefangennahme Thomas Müntzers endeten. In einem Zinnfigurendiorama wird der 15.Mai 1525 dargestellt. Auf das Leben und Wirken des Predigers Thomas Müntzer, der entscheidenden Anteil an den Bauernkriegsereignissen in Thüringen hatte, wird besonders eingegangen.

 Abteilung Geologie
Kreisheimatmuseum Abt. GeologieDie geologische Abteilung gibt durch Modelle und zahlreiche Exponate umfassende Auskunft über die Entstehung des Kyffhäusergebirges, die Nordthüringer Schichtstufenlandschaft, das Frankenhäuser Auslaugungstal und die Auswirkungen der Eiszeit in der Region.
Von besonderem Interesse dürfte der Gipskarst mit seinen Folgeerscheinungen sein und das Vorkommen von verkieselten Hölzern, zahlreichen Fossilen und Mineralien.

 Abteilung Botanik / Ökologie
Kreisheimatmuseum Abt. Botanik/ÖkologieDie naturkundlichen Ausstellungen zeigen die unterschiedlichen Standorte in der Kyffhäuserregion, aber auch die Geschichte und Entwicklung der Wald- und Trockenrasengesellschaften. Die reiche und mannigfaltige Flora und Fauna werden vorgestellt. Ursprünglich war das Gebiet von einer steppenartigen Vegetation mit lichtem Laubwald bedeckt, lockere Steppe breitete sich in den Senken aus, an den Hanglagen finden sich flachgründige Stellen mit lichtliebenden Pflanzenarten der Steppe. Das Tal, in dem die Stadt Bad Frankenhausen liegt, wird als Diamantene Aue bezeichnet. In den Wäldern kommen die Rotbuche, Stiel- und Traubeneiche, Hainbuche, Winterlinde und Birke vor, an den Süd- und Südwesthängen treten unterschiedliche Wald- und Rasengesellschaften auf, Wasserhaushalt und Mikroklima in den Trockenwäldern bringen eine Vielzahl von wärmeliebenden Arten mit sich. Als Besonderheiten in der Tierwelt gelten der Pillenwälzer, seltene Käfer- und Wanzenarten, Schmetterlinge und Hautflügler, Uhu, Wanderfalke, Wiedehopf, Neuntöter, Sperbergrasmücke, Nachtigall und Roter Milan. Botaniker und Entomologen aus ganz Deutschland schätzen die außergewöhnlich interessanten Naturräume im Kyffhäuser, die in den Ausstellungen vorgestellt werden.

 Abteilung Ur und Frühgeschichte
Ur und FrühgeschichteDie Ausstellungsräume zur Ur- und Frühgeschichte beinhalten Darstellungen und Funde zur frühesten menschlichen Besiedlung der Kyffhäuserregion vor 350.000 Jahren durch den Homo erectus bei Bilzingsleben. er Besucher kann sich über die frühbronzezeitlichen Kulthöhlen an der Kattenburg und die eisenzeitliche Siedesalzgewinnung bei Frankenhausen informieren.

 Abteilung Knopfherstellung
KnopfherstellungZu den seit 1889/90 neugestalteten Ausstellungsbereichen gehört auch die Darstellung des einst wichtigen Wirtschaftszweiges der Stadt Bad Frankenhausen, die Knopfherstellung. Seitdem 1701 der erste Knopfmacher schriftlich erwähnt wurde, hat sich im Verlauf dreier Jahrhunderte eine leistungsfähige Knopfindustrie entwickelt. Zeitweilig arbeiteten in diesem Industriezweig rund 1000 Menschen. Heute sind in vier Unternehmen ca. 80 Personen beschäftigt. Das Museum verfügt über eine umfangreiche Sammlung an Knöpfen, Musterkarten, Firmennachlässen und Knopfmaschinen. Herausragende Stücke aus dieser Sammlung werden in einer eigens dafür gestalteten Ausstellung, die zu den modernsten Knopfausstellungen Europas gehört, gezeigt. Darunter befinden sich Doppelknöpfe aus der Bronzezeit (1800 bis 700 v.Chr.), gravierte Metallknöpfe des 15. - 19. Jh., Musterkarten mit Perlmutterknöpfen der Wiener Weltausstellung von 1873, handgravierte und verzierte Perlmutterknöpfe des 19. und 20. Jh. und Knöpfe, Schließen, Schnallen und Broschen verschiedener Materialien im Stil des Art Deco. Ein modernes Paternostersystem ermöglicht die gleichzeitige Ausstellung von mehreren tausend Knöpfen auf engstem Raum.

 Abteilung Kur- und Badewesen
Kur- und BadewesenVon alters her bildete das Salz einen natürlichen Reichtum der Kyffhäuserregion. Der Ausstellungsbereich „Salz macht Leben“ zeigt die Entwicklung des Kur- und Badewesens in der Stadt Bad Frankenhausen, wesentliche Entwicklungsabläufe, wichtige Personen und Ereignisse, die Nutzung der natürlichen Heilkräfte der salzhaltigen Quellwässer durch Dr. W.A.G. Manniske im 19. Jh. und die Gründung des ersten Krankenhauses 1799. Die Stadt Bad Frankenhausen und die Kyffhäuserlandschaft mit seinen natürlichen Gegebenheiten boten gute Voraussetzungen für die Entwicklung des Kurwesens. Seit 1927 trägt die Stadt den Namen „Bad Frankenhausen“.

 
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