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Stadtgeschichte & Politik

Johann Friedrich Müldener

* 11.07.1715 und †13.10.1766 in Frankenhausen

Als Sohn des damaligen Bürgermeisters genoss Müldener die erste Schulbildung von Privatlehrern und der fürstlichen Landesschule. 1735 ging er zum Studium der Philosophie, Geschichte und Jura nach Jena worauf er nach Frankenhausen zurückkehrte. Mit Zugang zum Stadtarchiv und mit der Unterstützung bekannter Geschichtsforscher arbeitete er in den folgenden Jahren intensiv an der Aufarbeitung der Stadtchronik und schwarzburgischen Geschichte. Von 1747-48 war Müldener als Rechtsgelehrter der Stadt und anschließend als Advokat tätig. Sein früher Tod hinderte ihn an der Vollendung vieler angefangener Werke, zu denen er reichhaltige Sammlungen hinterließ, die heute erfreulicherweise zugänglich sind.

Die Grafen und Fürsten

von Schwarzburg-Rudolstadt

Die Dynastie hat Ihren Ursprung im 8. Jahrhundert. Mit dem Stadtilmer Vertrag vom 21. November 1599 wurden die ehemals schwarzburgischen Territorien in Schwarzburg-Arnstadt und Schwarzburg-Rudolstadt aufgeteilt. Die beiden Grafschaften und späteren Fürstentümer veränderten ihre Gestalt bis 1920 kaum. Frankenhausen galt als Sitz der Unterherrschaft bzw. Landratsamt. Regierende Grafen und Fürsten waren:

1574–1605 Graf Albrecht VII. (1537–1605) - Sohn Günthers XL., erste Generation Schwarzburg-Rudolstadt
1605–1630 Graf Karl Günther (1576–1630)
1630–1646 Graf Ludwig Günther I. (1581–1646)
1646–1662 vormundschaftlich; Emilie von Delmenhorst (1614–1670)
1662–1710 Graf Albrecht Anton (1641–1710)
1710–1718 Fürst Ludwig Friedrich I. (1667–1718)
1718–1744 Fürst Friedrich Anton (1692–1744)
1744–1767 Fürst Johann Friedrich (1721–1767)
1767–1790 Fürst Ludwig Günther II. (1708–1790)
1790–1793 Fürst Friedrich Carl (1736–1793)
1793–1807 Fürst Ludwig Friedrich II. (1767–1807)
1807–1814 vormundschaftlich; Karoline von Hessen-Homburg (1771–1854), Fürst Friedrich Günther (1793 – 1867)
1814–1867 Fürst Friedrich Günther (1793–1867)

    1867–1869 Fürst Albert (1798–1869)

    1869–1890 Fürst Georg Albert (1838–1890)

    1890–1918 Fürst Günther Victor (1852–1925)

Alfred Berg

* 24.03.1876 in Halberstadt † 09.02.1945 in Jena

Berg studierte Geografie, Geologie, Geschichte und Neue Sprachen an der Universität Halle und promovierte hier 1901 zum Doktor der Philosophie. Anschließend war er an den höheren Staatsschulen in Sondershausen tätig, bevor er 1919 eine Stelle als Studienrat für Naturwissenschaften am Evangelischen Realgymnasium und am Kyffhäuser-Technikum in Frankenhausen annahm. Als Gründer und erster Direktor des Kreismuseums sind ihm hohe Verdienste u.a. in der Erforschung der Zechsteinhöhlen des Kyffhäusergebirges zuzuschreiben. Weitere bedeutende Werke aus Geologie, Geographie und Ethnologie folgten, ehe er bei einem Luftangriff im Lesesaal der Universitätsbibliothek Jena ums Leben kam.

Prof. Ing. Sigmund Israel Huppert

* 18.10.1871 in Koschatka (K.u.k. Monarchie Österreich-Ungarn) † 19.11.1945 in Stockholm

Aus jüdischem Elternhaus stammend, studierte Huppert Maschinenbau an der Deutschen Technischen Hochschule Brünn und legte 1892 die Staatsprüfung ab. Nach Anstellungen als Lehrer an der Ingenieursschule Zwickau und dem Technikum Bingen heiratete er 1901 in Würzburg und übernahm 1902 die Direktion des Kyffhäuser Technikums. Er realisierte hier erfolgreich eigene Lehransichten – z.B. die Einrichtung der Studienfächer Landwirtschaftsmaschinenbau und Flugzeugkonstruktionslehre – und schuf damit Vorbilder für andere Einrichtungen.  1931 wurde er von der NSDAP verdrängt,  zog mit seiner Frau nach Berlin und emigrierte von dort nach Schweden, wo beide im Herbst 1945 verstorben sind.